Die Alternativen

Die Alternativen zur US-Notenbank Federal Reserve


Alternative Geld- und Bankensysteme müssen gar nicht erst entwickelt werden, diese gab es bereits früher, siehe z.B. das System der ersten Siedler in den ehemaligen neuen Kolonien, der jetzigen USA. Auch gab es im Mittelalter in England das System der Kerbhölzer. Dies waren Hölzer, in denen „Werte” eingekerbt waren. Diese Hölzer wurden in der Mitte auseinandergebrochen. Ein Teil verblieb in der Aufbewahrungsstelle. So konnten die Hölzer nicht gefälscht werden, da jede Bruchstelle einzigartig war und so das entsprechende Gegenstück wiedergefunden werden konnte, auf dem der ursprüngliche Wert des Kerbholzes sozusagen als Abschrift enthalten war. In den Zeiten der Kerbholzwährung erlebte England nach Aussage der Autoren Ellen Brown eine große wirtschaftliche Blüte.

Wichtig ist bei allen alternativen Währungssystemen, welche nicht auf dem Schuld-Zins-Mechanismus basieren, die Tatsachen, dass das jeweilige Geld zu 100% vom Staat bzw. von der Regierung herausgegeben werden muss. Durch die Beantragung eines Kredites schöpft der Staat das Geld dann selbst, damit wird die Geldmenge erweitert. Da der Kreditnehmer die Schulden schließlich zurückbezahlt, zieht der Staat das Geld bei der Rückzahlung wieder ein (zuzüglich einer Bearbeitungsgebühr, um diese die Geldmenge auch erweitert werden muss). Im Gleichschritt mit dem Wirtschaftswachstum kann der Staat die Geldmenge erhöhen (durch Eigenschöpfung) und somit seine Staatsausgaben begleichen. Eventuell sind noch geringe zusätzliche Steuern nötig. Der Staat darf sich nicht verschulden, somit sind keine „Staatsschuldzinsen” zu zahlen, genauer gesagt, kann sich der Staat auch gar nicht verschulden, da es keinen gibt, bei dem er dies tun könnte (er kann sich nicht bei sich selbst verschulden). Die Grundlage dieses Systems bilden integere, ehrbare Politiker, die sich ausschließlich dem Volk verpflichtet fühlen.

Weiterhin wäre es möglich, dass es neben der Staatsbank, welche über das alleinige Recht zur Geldschöpfung verfügt, auch private Banken gibt. Die Privatbanken hätten eine Mindestreserveplicht” von 100%. Keine „Regulierungsbehörde” dürfte den Privatbanken Vorteile irgendwelcher Art verschaffen.

Für die Tilgung der bisherigen Staatschulden gibt es eine Reihe von Möglichkeiten. Die Autorin Ellen Brown nennt z.B. für die USA die Möglichkeit, die Staatschulden durch die Herausgabe einer Münze mit dem Wert 10 Billionen US$ auf einmal zu begleichen (der US Senat hat immer noch das Münzrecht und es gibt keinerlei Beschränkungen über die Höhe des Wertes einer Münze). Im Folgenden müsste natürlich die Fed abgeschafft werden.

Die BRD könne evtl. ein siebzehntes Bundesland gründen, mit der Größe 1 m². Alle bisherigen 16 Bundesländer könnten anschließend aus der BRD austreten. So würde die verbleibende BRD schließlich die Größe 1 m² besitzen, behaftet mit 1,5 bis 2 Billionen Euro an Schulden.

Egal, ob man die genannten zwei Beispiele nun als gut oder als schlecht oder zumindest als kreativ bezeichnen mag – prinzipiell gäbe es noch einige weitere Möglichkeiten. In der Regel wird ein Problem dieser Art irgendwann durch die Steigerung der Inflation gelöst – d.h. es wird einfach Geld gedruckt um die Staatsausgaben bezahlen und um die Schulden abbauen zu können. Jedoch ist diese „Lösung” sozial ungerecht, da alles Bargeld, alle Sparvermögen und alle Lebensversicherungen dadurch an Wert verlieren bzw. sogar ganz wertlos werden.
 

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