Zbigniew Brzezinski

Zbigniew Brzezinski - der Berater von Barack Obama


Zbigniew Brzezinski – wer ist das? Der Artikel „Die Welt als Schachbrett” der „AG Friedensforschung an der Uni Kassel” liefert folgende Beschreibung:

„Der 1928 in Warschau geborene Zbigniew Brzezinski gilt neben Henry M. Kissinger und Samuel P. Huntington als graue Eminenz unter den US-Geostrategen. Er trägt durch seine Beratertätigkeit für US-Präsident James Carter von 1977 bis 1981 u. a. eine Mitverantwortung an der Talibanisierung Afghanistans, unterstützten die Vereinigten Staaten doch die Mudschaheddin massiv im Kampf gegen die UdSSR. Nach Brzezinskis Bekunden wollten die USA die Sowjetunion in die „afghanische Falle“ locken und ihnen so „ihr Vietnam“ bereiten. [...]

Unlängst geriet er wieder in die Schlagzeilen, als über die Medien verbreitet wurde, dass er in das außenpolitische Team des US-Präsidentschaftskandidaten Barack Obama eingetreten ist.”

Welche außenpolitischen Zielsetzungen verfolgt Zbigniew Brzezinski? Seine Bücher The Grand Chessboard”, erschienen im Jahre 1997, sowie „Second Chance”, erschienen im Sommer 2007, geben Auskunft darüber (Zitate aus der oben genannten Seite der Uni Kassel):

„In seinem jüngsten Buch „Second Chance“ aus dem Sommer 2007 unterzieht er [Zbigniew Brzezinski, Anmerkung des Verfassers] die Regierungen Bush I, Clinton und Bush II einer fundamentalen Kritik. Nach seiner Ansicht haben sie die Chance unzureichend genutzt, nach dem Zusammenbruch der UdSSR ein System dauerhafter amerikanischer Vorherrschaft zu errichten. Er schlägt deshalb vor, die unilaterale Politik einzuschränken und verstärkt auf Kooperationen und Absprachen mit Europa und China zu setzen. Auch mit Syrien, Iran und Venezuela sollen Verhandlungen aufgenommen werden – ganz wie Barack Obama dies bereits angekündigt hat. Zugleich soll jedoch Russland isoliert und möglicherweise auch destabilisiert werden.“

Weiter heißt es auf der Seite der Uni Kassel:

„Besonders deutlich wird diese Politik der Ausgrenzung Russlands am Beispiel der strategischen Funktion des geplanten Raketenschildes. Dessen Stationierung in Polen und Tschechien ist keineswegs dazu gedacht, iranische Raketen, wie vorgegeben, abzufangen. Erstens verfügt der Iran gar nicht über Raketen mit einer Reichweite von 5.000 bis 8.000 Kilometern. Zweitens ist die Entwicklung solcher Lenkwaffen ein langwieriger Prozess, da von ersten Testflügen, die kaum unbemerkt vonstatten gehen könnten, bis zur endgültigen Fertigstellung Jahre vergehen. Und drittens, sollte der Raketenschild tatsächlich der Abwehr iranischer Raketen dienen, so wäre der russische Kompromissvorschlag, ein gemeinsames Abfangsystem in Aserbaidschan zu errichten, weit besser dafür geeignet. Denn dort stationierte Abfangraketen könnten iranische Raketen bereits am Beginn ihrer Flugbahn treffen und zerstören. [...]

Dass die USA diesen Kompromissvorschlag ausgeschlagen haben, lässt nur einen Schluss zu: Der Raketenschild richtet sich in erster Linie nicht gegen den Iran, sondern gegen Russland. Dies wird auch dadurch unterstrichen, dass die anderen Basen des Raketenschildes ebenfalls in Grenzregionen zu Russland, wie beispielsweise Alaska, stationiert sind.”

Und weiter ist zu lesen:

„Aus russischer Sicht ist die langfristige Strategie amerikanischer Außenpolitik gerade unter geopolitischen Gesichtspunkten eindeutig: Wie von Brzezinski vorgeschlagen, streben die USA an, ihren Einfluss auf dem asiatischen Kontinent immer weiter auszudehnen. Dabei dient ihnen Europa als Sprungbrett auf dem eurasischen Kontinent. Da jede Osterweiterung der Europäischen Union unter den gegebenen Umständen zugleich auch den amerikanischen Einfluss ausdehnt, sollen durch eine Kombination aus EU-Osterweiterung und Expansion der NATO viele der ehemaligen Sowjetrepubliken – wie zum Beispiel Georgien, Aserbaidschan, Ukraine und Usbekistan – in die westliche Einflusszone integriert werden.“ [...]

Die von Europa ausgehende NATO-Osterweiterung und die von der Bush-Regierung im Süden Eurasiens (Irak, Afghanistan) begonnenen militärischen Interventionen bilden zusammen gewissermaßen einen Keil, mit dem die USA in das Herz der eurasischen Landmasse vorstoßen. Gelingt es den USA tatsächlich, dieses Ziel zunächst in Eurasien zu erreichen, wäre die hergestellte Ordnung aufgrund der Größe und Bedeutung des eurasischen Kontinents paradigmatisch für die gesamte übrige Welt. Lateinamerika, Afrika, Australien und alle Inselstaaten wären, dem Brzezinski-Plan zufolge, gezwungen, sich einer solchen Ordnung anzuschließen. Die USA wären dann nicht nur die „einzige“, sondern – wie Brzezinski es formuliert – auch die „letzte echte Supermacht“. [...]

Die unipolare Welt, vor der Putin vor einem Jahr auf der Münchner Sicherheitskonferenz warnte, ist also keine Schimäre, sondern ein reales geopolitisches Projekt der USA. Dies ist auch daran ersichtlich, dass die Vereinigten Staaten im Zuge der Expansion der NATO nach Osten Tatsachen schaffen, ohne Russland und China wirklich einzubeziehen bzw. deren Sicherheitsinteressen ernst zu nehmen.“

Soweit zu den Informationen der Seite der AG Friedensforschung an der Uni Kassel. Die USA also als die „letzte echte Supermacht“. Russland hingegen soll isoliert und möglicherweise auch destabilisiert werden, so die Aussage des Obama-Beraters.

Welche Hinweise gibt es auf diese Vorgehensweise?


Quellenangaben:

AG Friedensforschung an der Uni Kassel:
Die Welt als Schachbrett

“Der neue Kalte Krieg des Obama-Beraters Zbigniew Brzezinski” von Hauke Ritz.

Filmtipps (Interviews):

Dunkle Schatten hinter Obama: Mehr als zwei Millionen Menschen haben heute vor Ort die Amtseinsetzung von Barack Obama als US-Präsident in Washington verfolgt. So viele wie bei keinem anderen Präsidenten zuvor. Messiasgleich ist er aufgetaucht, praktisch aus dem politischen Nichts. Wer ist dieser Barack Obama? Woher kommt er? Wie funktioniert er? Und vor allem: Wer finanziert ihn? Wessen Interessen vertritt er?

Die dunkle Seite des Westens - NATO kriminell: Gehen rechts- und linksextremistische Terroranschläge in Wahrheit auf das Konto verdeckt operierender Geheimarmeen der NATO und der westlichen Geheimdienste? Dr. Daniele Ganser, Historiker und Friedensforscher an der Universität Basel, wirft einen erschreckenden Blick auf die dunkle Seite des Westens.

Buchtipps:

Gerhard Wisnewski:
verheimlicht vertuscht vergessen - was 2008 nicht in der Zeitung stand

Webster Griffin Tarpley: Barack Obama - wie ein US-Präsident gemacht wird
 

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